Schloss Neuschwanstein – König Ludwig’s Märchenschloss im Allgäu

Hoch über der kleinen Ortschaft Hohenschwangau thront das wohl bekannteste Vermächtnis des bayischen Königs Ludwig II – Schloss Neuschwanstein. Der Bau erscheint auf seinem Felsplateau prächtig und erhaben. Je näher man dem Schloss kommt, umso eindrucksvoller wirkt das Bauwerk in seinem märchenhaften Umfeld – umgeben von den Alpen im Süden und an einem türkis-farbenen Alpensee gelegen. Rund zwei Stunden südwestlich von München befindet sich eines der weltweit bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands.

Schloss Neuschwanstein vor den grünen Weiden Bayerns, dem Alpsee und Schwangau
Märchenhaftes Schloss Neuschwanstein, im Hintergrund der Ort Schwangau

Wir hatten uns für ein Sommerwochenende in der bayrischen Landeshauptstadt München eingebucht, das wir noch am Donnerstag Abend nach Feiernabend mit dem Zug erreichten. Für unseren Aufenthalt in der Stadt hatten wir uns bereits eine Vielzahl sehenswerter Orte zurechtgelegt. Da wir das erste Mal in der Gegend unterwegs waren, durfte aber auch ein Besuch eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands – Schloss Neuschwanstein – nicht fehlen.

Wir fuhren am drauffolgenden Freitag mit der Bahn vom Münchner Hauptbahnhof nach Füssen. Die Fahrt in die südbayrische Stadt dauert circa zwei Stunden, mit einem Umstieg in Kaufbeuren. Um bei der Fahrt den einen oder anderen Euro zu sparen, entschieden wir uns für das BayernTicket* der Deutschen Bahn*, das für Einzelpersonen, aber vor allem für Gruppen zwischen zwei und fünf Personen eine äußerst lukrative Option des Reisens darstellt. Hier spart ihr bares Geld! Von Füssen verkehrt anschließend ein Bus zwischen Bahnhof und dem fünf Kilometer entfernten Örtchen Hohenschwangau. Diese Verbindung ist gut getaktet und daher zu empfehlen.

In Hohenschwangau angekommen drehte sich der Blick aller aus dem Bus aussteigenden Besucher unmittelbar nach links. Dort, auf einem Felsplateau oberhalb der Ortschaft gelegen, thront das märchenhafte Schloss Neuschwanstein hoch über Hohenschwangau.

Wir waren recht früh in Hohenschwangau angekommen, obwohl wir die Tickets für unsere Schlossbesichtigung bereits im Vorfeld online gebucht hatten.* Leider werden die Tickets selbst nicht als Anhang der Bestätigungs-E-Mail verschickt, sodass diese erst am Tag des Besuches selbst am Ticketbüro abgeholt werden können. Wir brachten also lieber etwas Zeit mit, falls die Warteschlange widererwartend doch etwas länger sein sollte – zu unserem Glück war sie es aber am Ende nicht. Nachdem wir die Tickets erhalten hatten, aßen wir noch eben eine viel zu teure Bratwurst, um im Anschluss daran mit dem Pendelbus* hinauf zum Schloss zu fahren. Normalerweise wären wir den Weg hinauf, wie auch den späteren Rückweg ins Tal, gelaufen, doch in Anbetracht der Tatsache, dass dieser Freitag mit rund 38°C einer der wärmsten Tage des Jahres war, entschieden wir uns dafür, zumindest hinauf den Bus* zu nutzen. Die Fahrt hinauf kostet 2,50 Euro.

Nach zehnminütiger Fahrt den Berg hinauf hielt der Bus etwas oberhalb von Schloss Neuschwanstein und nur drei Gehminuten von der Marienbrücke entfernt. Auf Grund der geringen Distanz besuchten wir die Marienbrücke zuerst. Der Ausblick auf Schloss Neuschwanstein, der sich uns von der Brücke ausgehend offenbarte, der dahinter liegende Alpensee nahe Füssen und die tiefgrünen Weiden und Wälder, waren schier umwerfend. Es war eine Kulisse, die in einem Märchen nicht schöner hätte beschrieben sein können. Ergänzt wurde die Szenarie durch den unter uns und der Brücke hindurchfließenden Bach, der innerhalb weniger Meter in drei rauschenden Wasserfällen mündete. Vogelgezwitscher, ein leichter durch die Nadelbäume wehender Wind und die wärme der einfallenden Sonne vollendeten unseren einmalig schönen Aufenthalt auf der Marienbrücke.

  • Wasserfall unterhalb der Marienbrücke
  • Marienbrücke über einer Schlucht im Wald
  • Waldgebiet nahe Schloss Neuschwanstein
  • Blick auf Hohenschwangau, den Alpsee und Schloss Hohenschwangau
  • Schloss Hohenschwangau, umgeben von Wald
  • Schloss Neuschwanstein aus der Froschperspektive
  • Grüner Hang zwischen Füssen und Alpen, bedeckt von Wald und Wiese
  • Ein hölzernes Schild mit der Aufschrift "Alpseebad" steht im Vordergrund vor dem Alpsee und den anschließenden Alpen

In der Folge wanderten wir rund 15 Minuten bergab, von der Marienbrücke zum Schloss Neuschwanstein. Unsere gebuchte Führung begann erst in einer Stunde, sodass wir mehr als genug Zeit hatten, um auf halber Strecke stehen zu bleiben. Nach der Hälfte des Weges verläuft der Weg in einer langegezogenenen Rechtskurve direkt auf Schloss Neuschwanstein zu. Stoppt man im Scheitelpunkt der Kurve, statt direkt weiter zum Schloss zu spazieren, eröffnet sich ein fesselnder Blick auf das kleine Örtchen Hohenschwangau, dass euch nun zu Füßen liegt, wie auch auf das Schloss Hohenschwangau mit seiner kräftig gelben Außenfassade. An Hohenschwangau angrenzend seht ihr den türkis-farbenen Alpensee, der im Dunst der Ferne nahtlos mit den sich hoch erstreckenden Alpen zerfließt. Über allem steht der tief blaue Himmel – an diesem Tag wolkenlos.

Nach dem umwerfenden Ausblick auf Schloss Neuschwanstein von der Marienbrücke, fällt es auch dieses Mal nicht leicht weiterzuziehen. Doch mittlerweile war eine ganze Weile vergangen, in der wir die Aussicht auf Hohenschwangau und das gleichnamige Schloss genossen – es war nun aber an der Zeit in das Schloss Neuschwanstein weiterzugehen, da unsere Führung in den nächsten Minuten begann. Am Eingang des Schlosses verwahrten wir zunächst schnell die mitgebrachten Rucksäcke und die Kameras, denn im Schloss selbst wollten wir weder unser Gepäck mit uns herumtragen, noch war das fotografieren im Innern des Schlosses gestattet.

Die Führung fand primär im nördlichen Teil des Schlosses statt, da dieser Teil jener ist, der noch zu Lebzeiten König Ludwigs vollendet wurde. Wir begannen die Führung im Thronsaal des Königs, in dem vor allem der überdimensionierte Kronleuchter sofort ins Auge fiel. Darüber hinaus ist der Thronsaal der hellste Raum des Gebäudes, was sicherlich durch die helle, gelb-goldene Farbgebung und den mit Mosaiken besetzten Boden verstärkt wurde. Die übrigen Räume des Schlosses waren hingegen dunkel gehalten, wie etwa das Schlafzimmer, Wohnzimmer und Arbeitszimmer des Königs. Mein persönliches Highlight im Innern von Schloss Neuschwanstein war die künstlich angelegte Grotte, die Wohnzimmer und Arbeitszimmer miteinander verbindet. Die Grotte erinnert an die Szenarie in den Schauspielen Richard Wagners, die sich überall in Schloss Neuschwanstein finden lassen. König Ludwig II und den Komponisten verband eine enge Freundschaft und Ludwig II war ein wahrer Liebhaber der Wagner Szenarie. Zeitweise stellt sich daher zurecht die Frage, ob das Schloss als Prestigeobjekt des bayrischen Königs oder als Denkmal Richard Wagners erbaut wurde.

Nach Beendigung der Führung blieben wir noch einen Moment im Schloss und liefen kurz darauf zurück in das Tal nach Hohenschwangau. Wir verweilten noch für kurze Zeit am Ufer des Alpensees, der in dem Augenblick passenderweise von zwei weißen Schwänen überquert wurde. Ein anschließendes kühles Bier im nahegelegenen Biergarten rundete den Tag ab, ehe wir wenig später mit dem Zug zurück von Füssen nach München fuhren.

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