Rund 4.200 Kilometer sind wir im Mai und Juni durch Skandinavien gefahren, um nicht zuletzt die vielfältige Landschaft Norwegens und die mit unzähligen Seen gespickten Weiten Schwedens zu genießen. Ein großer Teil der Strecke lag hierbei auf der Route von Bergen nach Oslo, die uns durch grüne Täler, wie auch über schneebedeckte Gebirgsgipfel führte. Stets unterwegs mit dem eigenen Auto, unserem großen roten Koffer auf vier Rädern!

Blick in die Ferne entlang einer Schnellstraße auf schneebedeckte Berge und einen zugefrorenen Bergsee
Gefrorener Gebirgssee zwischen Borgund und Oslo

Bergen hatten wir hinter uns gelassen, nachdem wir dort drei Tage verbracht hatten. Die Stadt gefällt uns sehr gut, sodass wir sicherlich auch noch ein paar Tage hätten bleiben können. Doch wir wollten noch eine Reihe weiterer Orte und Städte während unserer Reise durch Skandinavien besuchen, sodass wir nach Oslo weiterfuhren.

Mit 70-80 km/h fuhren wir über die Schnellstraße, die, im Vergleich zu deutschen Schnellstraßen, ihrem Namen auf Grund der Geschwindigkeitsbegrenzung nicht gerecht werden konnte. Bereits nach einer guten Stunde Fahrt machte sich jedoch auch der Vorteil dieser vergleichsweise langsamen Geschwindigkeit auf Norwegens Straßen bemerkbar. Auf der von uns aus gesehen linken Straßenseite eröffnete sich uns der Blick auf einen breiten, aus dem Wald hervorkommenden Wasserfall, der schließlich senkrecht hinabfiel und in das Tal hinunter strömte. Zwischen uns und dem Wasserfall befanden sich kleine norwegische Holzhäuser – selbstverständlich in roter Farbe, um dem Klischee zu entsprechen. Wir hielten eine Weile am Straßenrand, um das Naturschauspiel zu beobachten. Das laute Rauschen des Wassers, wie es in das Tal fiel, war deutlich zu hören.

Die weitere Fahrt verlief zunächst ereignislos, ehe wir in einen scheinbar niemals endenden Tunnel geleitet wurden, um die Überquerung der umliegenden Gebirge zu vermeiden. 25 Kilometer lang und die stetige Fahrt bergab waren eine Herausforderung für die Konzentration auf der einen und für die Bremsen unseres Autos auf der anderen Seite. Durch die lange Fahrt auf der schnurgeraden Straße verliert man zwischenzeitlich das Gefühl, ob man gerade bergauf oder bergab fährt und wie schnell man sich gegenwärtig fortbewegt.

Rund dreieinhalb Stunden nach Beginn der Fahrt erreichten wir unser Zwischenziel. Vor unserer Abfahrt in Bergen war uns im Reiseführer die Stabskirche von Borgund aufgefallen. Fast wären wir an der Kirche vorbeigefahren, da sie sich direkt am Straßenrand einer Schnellstraße befindet. Die Stabskirche gehört zu den bedeutendsten Bauten dieses Architekturstils und ist zugleich eines der ältesten Holzgebäude Europas. Zudem ist die Stabskirche – umgeben von einem Friedhof mit einer Vielzahl unterschiedlich geformter Grabsteine – auch heute gut erhalten und wäre sicher eine gefundene Kulisse für historische Filme.

  • Ein breiter Wasserfall stürzt aus dem Wald hinter ein paar roten Holzhäusern in das Tal
  • Eine alte Stabskirche, umschlossen von einem Friedhof mit unterschiedlichen Grabsteinen
  • Ein Schaf grast mit ihren drei Lämmern auf einer satt grünen Weide in Norwegen

Nach erneuter Weiterfahrt fiel uns schnell die ungewohnte Beschilderung am Straßenrand auf, die LKW-Fahrer dazu aufforderte, die Weiterfahrt nur mit aufgezogenen Schneeketten fortzuführen. Kurzzeitig machte sich bei uns Verunsicherung breit, denn schließlich hatten wir uns erst ein paar Wochen vor der Abfahrt aus Köln dazu entschieden die Bereifung unseres Autos von Winter- auf Sommerreifen wechseln zu lassen.

Bereits wenig später bemerkten wir, worauf die Beschilderung hingewiesen hatte. Mit jedem Meter, den wir weiter bergauf fuhren, um letztlich einen der hohen norwegischen Berge in der Region zu überqueren, sank das Thermometer weiter. Bei 20°C im Tal gestartet, waren es kurze Zeit später nur noch 8°C, während sich die Dicke der Eisplatten in jeder Hinsicht gegenläufig verhielt. Die Eisplatten wurden mit der Zeit deutlich mehr und ebenso deutlich dicker. Auf dem Gipfel angekommen hielten wir für eine kurze Zeit an – zumindest so lang, wie es T-Shirt und kurze Hose zuließen. Soweit wir schauen konnten sahen wir schneebedeckte Berge. Direkt vor uns lag sogar ein tief zugefrorener See, dessen Größe sich durch den auf dem Eis liegenden Schnee nur erahnen ließ. Lediglich die Straße war frei und befahrbar – rückblickend auf unsere Sommerbereifung können wir nur sagen „zum Glück“.

Lange konnten wir uns außerhalb des Autos leider nicht aufhalten, da es schnell kalt wurde und wir darüber hinaus noch eine ordentliche Strecke bis Oslo vor uns hatten. Kurz darauf merkten wir, wie der Schnee wieder abnahm, das Thermometer wieder stieg und wir mehr und mehr von dichten Nadelwäldern und grünen Wiesen umgeben waren. Von dieser grünen Landschaft begleitet fuhren wir am Ende bis nach Oslo, das wir bei leichter Dämmerung erreichten.

Rückblickend war diese Etappe sicherlich die landschaftlich vielseitigste Etappe unserer gesamten Skandinavienreise. Zugleich aber auch die längste in Bezug auf die Fahrtzeit, da wir uns stets unseren Weg durch das dichte Gebirge und durch die vielen Tunnel gesucht haben.

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