Oslo – Zwischen Oslofjord und Skisprungschanze

Die norwegische Hauptstadt Oslo liegt im Süden des Landes und präsentiert eines der abwechlungsreichsten Stadtbilder, die ich bisher gesehen habe. Im Süden Oslos mündet die Innenstadt in Hafen und Oslofjord, in dem sich viele kleine Inseln finden lassen, die ebenfalls zu Oslo gehören. Im Norden der Stadt befindet sich mit dem Holmenkollen hingegen der höchste Punkt der Stadt und zugleich eines der weltbekanntesten Skigebiete mit Olympia-Vergangenheit. Zwischen beiden Extremen liegt eine hoch moderne Stadt mit einer großen Kunstszene und skandinavischem Flair.

Blick vom Holmenkollen auf die Stadt und den Oslofjord

Auf unserer Reise durch Norwegen war Oslo, nach Stavanger und Bergen, unsere dritte Station. Die Fahrt von Bergen nach Oslo, entlang grüner Weiden und breiter Wasserfälle auf der einen und über schneebedeckte Berggipfel und vereiste Bergseen auf der anderen Seite verlief problemlos. Das einzige kleinere Hinderniss begegnete uns erst kurz vor Oslo, als ein Neubau der Autobahn für Konfusion des Navigationssystems führte. Weitere 20 Minuten später vollendeten wir unsere insgesamt rund neun-stündige Fahrt (inkl. kleinerer Pausen) von Bergen kommend im Osten der norwegischen Hauptstadt. Das Auto war geparkt, ein kleines Abendessen gekocht, sodass die nächste Tage geplant werden konnten.

Schon sehr früh in der Ausgestaltung unseres dreitägigen Aufenthaltes in Oslo wurden wir auf den Oslo-Pass* aufmerksam. Der Oslo-Pass* ist für unterschiedliche Aufenthaltsdauern erhältlich und kann zu einem Festpreis sowohl in Form eines gedruckten Tickets, als auch über die Oslo-Pass App* erworben werden. Im Preis enthalten sind beispielsweise die Fahrten mit der Tram, der U-Bahn und den Hafenfähren im Stadtgebiet sowie sämtliche Eintritte in Museen und weitere Sehenswürdigkeiten. Teilweise erhält man nach Vorlage des Passes in teilnehmenden Restaurants sogar einen Preisnachlass auf den Rechnungsbetrag. Alle enthaltenen Einrichtungen sowie teilnehmende Restaurants sind bereits im Vorfeld der Buchung online einsehbar.

Sicherlich ist es auch sinnvoll, wenn ihr euch vor der Buchung die teilnehmenden Einrichtungen anschaut und abwägt, was davon euer Interesse weckt und welche Museen oder Sehenswürdigkeiten ihr besuchen möchtet – nur so bekommt ihr heraus, ob sich die Investition in den Oslo-Pass* für euch lohnt oder ob ihr besser damit beraten seid Einzeltickets am Veranstaltungsort zu kaufen.

In unserem Fall würde ich beim Überschlagen der wahrgenommenen Aktivitäten und der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel behaupten, dass beide Varianten – der Oslo-Pass*, wie auch der Kauf von Einzeltickets – in etwa zum selben Gesamtbetrag geführt hätten. Der Komfort, nicht jedes Mal ein neues Ticket ziehen zu müssen, sondern in einen Bus oder eine Bahn einzusteigen und durch die Einlasskontrolle eines Museums zu spazieren, ohne sich über den Ticketkauf Gedanken machen zu müssen, ist jedoch in keinem Fall zu unterschätzen. Die Entscheidung über Kauf oder Nichtkauf müsst ihr am Ende jedoch allein treffen.

Am ersten Tag in Oslo entschieden wir uns zu Beginn unseres Aufenthaltes – und um das gute Wetter zu nutzen – hinauf zum Holmenkollen zu fahren und die gleichnamige Skisprungschanze zu besichtigen. Als wir an der Schanze ankamen fand gerade ein Kinderlauf statt, bei dem jeweils ein Kind zusammen mit einem Elternteil an der Hand die vielen Stufen links und rechts entlang der Aufsprungbahn auf der einen Seite hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter laufen musste. Wie sich später herausstellte mussten die Kinder eine gewisse Distanz zurücklegen, um am Ende neben einer Finisher-Medaille eine vollgepackte Brotbox mit allerlei Süßigkeiten zu erhalten. Zur gleichen Zeit rauschten von der Startposition des Anlaufs (höchster Punkt einer Skisprungschanze, an dem normalerweise die Springer ihren Anlauf starten) eine Zipline* hinunter. Auf diese Weise kann sich also auch außerhalb der Skisaison jeder einmal wie ein Skispringer fühlen.

Unser Ziel war aber weder die verlockende Brotbox voller Süßigkeiten, noch das schwindelerregende Gefühl eines Skispringers in der Luft – wir waren vielmehr auf dem Weg in das Skisprungmuseum* und hinauf auf den Jump Tower*. Oben auf dem Jump Tower* angekommen bietet sich euch eine atemberaubend schöne Aussicht über ganz Oslo und weite Teile des Oslofjords (Titelbild). Ein ebenfalls eindrucksvoller Blick ermöglicht euch die Sicht den Anlauf der Schanze hinunter in den von Zuschauerrängen umgebenen Auslauf der Anlage sowie auf das umliegende Skigebiet und die Biathlon-Bahn. Auch der Ort für ein perfektes Selfie auf der hochgelegenen Aussichtsplattform ist vorhanden – hier befindet sich ein Siegertreppchen mitsamt der norwegischen Flagge für das perfekte Erinnerungsfoto. Noch schnell auf den Auslöser der Kamera gedrückt und ab zurück in die Innenstadt – denn als nächstes hatten wir uns einen Besuch des königlichen Palasts und des angrenzenden Parks vorgenommen.

Die Fahrt von der Metro-Station „Holmenkollen“ bis zur Station „Nationaltheatret“, an welcher der Palast* samt königlichem Garten liegt, ist ohne Umstieg in rund 25 Minuten möglich. In das Innere des Palasts* sind wir nicht gegangen, sondern haben den cremefarbenen Palast* lediglich von außen begutachtet. Anschließend haben wir ein wenig Zeit im frei zugänglichen königlichen Garten verbracht, welcher sich direkt hinter dem Palast befindet. Inmitten des Parks, dessen Rasen betreten und auch für eine kleine Rast oder ein leckeres Picknick genutzt werden darf, befindet sich ein großzügig angelegter Teich. Hier fühlen sich vor allem unzählige Enten, Gänse, Schwäne und Möwen beheimatet, die von vielen Besuchern liebevoll mit Brotkrumen gefüttert werden.

Den übrigen Tag nutzten wir anschließend für einen Spaziergang entlang des Rathauses und des Hafengeländes, bis hin zum Osloer Opernhaus*. Dieses fällt besonders an sonnigen Tagen schon aus weiter Entfernung auf, wenn die Sonne von der gläsernen Fassade oder den weißen Steinplatten, die das Opernhaus* umgeben, reflektiert wird. Ein besonders schöner Ausblick auf den Hafen und die kleinen Oslo vorgelagerten Inseln im Oslofjord ergibt sich, wenn ihr auf das Dach der Oper* hinaufsteigt. Der Aufstieg ist kostenlos und schnell gemeistert.

Am nächsten Tag hatten wir einen Besuch im Wikingerschiffmuseum* geplant. Das Museum befindet sich auf der Halbinsel Bygdøy im Westen Oslos. Um aus dem Osloer Osten nach Bygdøy zu gelangen entschieden wir uns zunächst eine der vielen Stadtbuslinien zu wählen und auf dem Rückweg mit der Stadtfähre durch den Hafen zurückzufahren. Nach einer guten halben Stunde Bus- und Bahnfahrt waren wir am Museum angekommen, schlossen unsere Rucksäcke in den dafür vorgesehenen Schließfächern ein und gingen in das Museum. Der Aufbau des Wikingerschiffmuseums* gleicht einer gothischen Kirche mit ihrem Längs- und Querschiff, die sich an zentraler Stelle treffen und somit ein Kreuz aus zwei sich schneidenden Gängen bilden. In drei der dadurch entstandenen vier Bereiche des Museums befindet sich je ein Wikingerschiff. Die Schiffe selbst wurden bei Ausgrabungen entdeckt und waren bis dahin von dickem Erdreich bedeckt. Grund für den Fund eines Schiffes unterhalb des Erdreichs und nicht etwa auf dem Grund der See, ist ein altes Vikingerritual, bedeutende Persönlickkeiten nach ihrem Tod mit einem Schiff und zahlreichen Grabbeigaben beizusetzen. Die Schiffe wurden dazu vollständig mit Erde bedeckt, bis am Ende nur noch ein Teil des Schiffsmasts aus einem Erdberg herausragte. Der vierte Gebäudeabschnitt dient als Ausstellungsfläche für die gefundenen Grabbeigaben und sonstigen Funde aus der Zeit der Wikinger, die zum Teil den Handel der Wikinger mit Kulturen in Übersee bezeugen.

Nachdem wir das aus unserer Sicht äußerst empfehlenswerte Museum wieder verlassen hatten, spazierten wir zum Fähranleger, um mit einer der Fähren in die Innenstadt überzusetzen. Dort angekommen nahmen wir die nächste Metro-Bahn und fuhren zum Frognerpark, dem Osloer Skulpturenpark – Fahrtdauer von der Station „Kontraskjæret“ zur Station „Vigelandsparken“ ca. 10 Minuten. Dort angekommen eröffnete sich uns ein weiter Blick, durch die sorgfältig gepflegte Parklandschaft – der Blick auf großzügige Beete bunter Tulpen, auf eine mit diversen Figuren verzierte, breit angelegte Brücke, wie auch auf den Fontanna Vigelandsparken, einen riesigen Brunnen, in dem mehrere männliche Statuen ein überdimensioniertes Vogelnest hielten. Lediglich die grauen Wolken am Himmel ließen in diesem Moment noch einen Hauch Optimierungspotenzial in dem ansonsten sehr gelungenen Ambiente zu. Die zentrale Figur des Parks ist ein Obilisk, dessen steinernes Gebilde in sich verschlungene Menschen – Kinder, Frauen und Männer – zeigt, wodurch der Zyklus des Menschen zum Ausdruck gebracht wird.

Aus dem Skulpturenpark kommend zogen wir noch einmal weiter in das Osloer Hipster-Viertel „Grünenlokken“, das vor allem durch seine kleinen, oft alternativen Läden, bekannt ist. Eine besondere Anziehungskraft für Touristen und Einheimische haben die vielen Vintage – und Second-Hand-Läden, die mit ihrer vielzahl alter Kleider und Besonderheiten vergangener Jahrzehnte zu überzeugen wissen.

Auch unseren dritten Tag in Norwegens Hauptstadt begannen wir in Hafennähe. Auf dem Weg dorthin legten wir jedoch zunächst einen kurzen Zwischenstopp am Osloer Dom und dem alten Marktplatz Christiania Torv ein. Besonders auf dem Christiania Torv kann man sich sehr gut vorstellen, dass der Platz früher Zentrum des alltäglichen Lebens gewesen ist. Noch heute befinden sich hier ein großer Brunnen voller Kunst und einige Gastronomen, sodass man eine leckere Mahlzeit auf dem sonnengefluteten Platz zu sich nehmen kann. Auch die Festung Akershus* liegt in fußläufig optimaler Reichweite zwischen Christiana Torv und Hafen.

Die Festung Akershus* haben wir bei dieser Gelegenheit auch direkt besichtigt – eine Besichtigung, die zwei Tage zuvor auf Grund eines Mittelalterfestes auf der Burg für uns nicht möglich gewesen ist. Ein Audioguide* erzählt während der Tour durch die Festung Geschichten über die frühere Nutzung, unter anderem als Residenz und Gefängnis, wie auch über die heutige Nutzung für Staatsempfänge. Wer es etwas gruseliger mag kann zudem zwischen diversen Geistergeschichten wählen, die selbstverständlich alle der Wahrheit entsprechen…

Später im Hafen nahmen wir auch dieses mal eine der Fähren nach Bygdøy, um dieses mal jedoch nicht das Wikingerschiffmuseum*, sondern das Kon-Tiki Museum* zu besuchen. Auch diese Ausstellung, die von den Expeditionen des Forschers und Abenteurers Thor Heyerdahl zeugt, können wir nur wärmstens empfehlen. Schnell zogen uns das Abenteuer und der Entdeckertrieb in ihren Bann, sodass wir kurz davor waren selbst ein Floß zu bauen, die Ozeane zu erkunden und auf diese Weise bisherige Forschungen und Thesen der Wissenschaft in ihren Grundsätzen zu widerlegen.

Leider hatte aber auch die Tage in Oslo ein schnelles Ende, wie es eben ist, wenn man interessanten und eindrucksvollen Aktivitäten nachgeht, sodass die Zeit sprichwörtlich im Flug vergeht. Wir sind uns auf jeden Fall sicher, noch einmal nach Oslo zurückzukehren und können auch euch eine Reise in Norwegens Hauptstadt – zwischen Oslofjord und Skisprungschanze – nur wärmstens empfehlen!

Noch Fragen?
Solltet ihr weitere Fragen rund um euren Aufenthalt in Oslo haben, freue ich mich über eure Nachricht. Diese könnt ihr entweder direkt in den Kommentaren dieses Beitrags, in den Sozialen Medien oder über das Kontaktformular posten.

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