Die Aussicht vom Preikestolen, dem berühmten Felsplateau in Südwest-Norwegen nahe Stavanger, gehört zu den schönsten Aussichtspunkten des Landes. 600 Meter über dem Lysefjord eröffnet sich ein atemberaubender Ausblick auf den tief blauen Meeresarm, seine satt grünen Ufer und die in Teilen mit Schnee bedeckten Berggipfel der fern gelegenen Gebirge!

Blick auf den Lysefjord

Unser Ausgangspunkt für eine Wanderung hinauf auf den Preikestolen war die in Südnorwegen gelegene Stadt Stavanger. Die durch die Erdöl-Förderung seit den 1960er Jahren herangewachsene Hafenstadt liegt nur rund eineinhalb Stunden mit dem Auto vom Parkplatz des Preikestolen entfernt, inklusive einer kurzen Fährüberfahrt von Lauvvik nach Oanes (10 min). Die Fahrt selbst führt euch zunächst aus Stavanger heraus, über ein kurzes Stück Autobahn. Den deutlich längeren Teil der Fahrt verbringt ihr dann aber auf der Landstraße. Links und rechts der Straße seht ihr immer wieder grasende Kuhherden und Pferde auf den scheinbar nie endenden Weiden sowie Ziegen und Schafe beim besteigen kleinerer Felsbrocken und Baumstämme.

Nach 40 Minuten Autofahrt erreicht ihr die Fähre von Lauvvik nach Oanes. Die Überfahrt kostet rund 200 norwegische Kronen (400 NOK für Hin- und Rückfahrt), was in etwa 20 Euro (40 Euro) entspricht. In dieser Gebühr enthalten sind euer Auto sowie die Insassen. Auf Grund der verhältnismäßig kurzen Überfahrt müsst ihr zudem nicht lange auf die nächste Fähre warten, solltet ihr gerade eines der Fährschiffe verpasst haben. Sobald ihr in Oanes angekommen seid braucht ihr nur noch wenige Minuten bis zum Parkplatz des Preikestolen zu fahren. Dieser ist ausreichend groß, sodass neben einer ganzen Reihe PKW auch Reisebusse und Wohnwagen Platz finden. Fest installierte Toiletten, eine Information sowie ein Souvenirshop befinden sich ebenfalls direkt auf dem Parkplatz. Ihr sollte allerdings auch nicht gerade beim Parken mit dem Sparen anfangen, da der Parkplatz stolze 250 NOK (rund 25 Euro) kostet. Dass der Preis völlig übertrieben ist, muss an dieser Stelle auch nicht weiter diskutiert werden. Doch letztlich müsst ihr euch wohl oder übel auf den Wucherpreis einlassen, denn herumdrehen und zurückfahren ist sicherlich auch keine Option.

Wenn letztlich das Auto geparkt ist, die Wanderschuhe fest geschnürt sind und der Rucksack mit Verpflegung, ausreichend Wasser (dieses solltet ihr keinesfalls unterschätzen), Regenjacke und Kamera auf den Rücken geschnallt wurde, kann es losgehen. Sucht aber in jedem Fall noch einmal die Toilettenanlage auf – es ist die einzige auf dem gesamten Weg hoch auf den Fels und wieder zurück.

Direkt am Anfang des Weges geht es steil bergauf. Zunächst über groben Kies um eine 180 Grad Rechtskurve bis ihr an eine steinerne Treppe gelangt. Von dieser Art Treppenaufgang werdet ihr hinauf auf das Felsplateau noch einige überwinden – mal steilen, mal flacher. Nach 500 Metern dieses ersten Teilstücks habt ihr die erste der vier größeren Steigungen bereits hinter euch gelassen. Von hieraus habt ihr einen tollen Blick auf den tief blauen Bergsee Revsvatnet, umgeben von dichtem Nadelwald und dem angrenzenden Parkplatz, auf dem ihr wenige Minuten zuvor die Wanderung begonnen habt. Die aneinander gereihten parkenden Autos wirken schon jetzt klein, wie aus einem Spielwarenladen.

Bergsee Revsvatnet

Weiter führt der Weg über Stock und Stein – in der Regel bergauf, gelegentlich ebenerdig oder sogar einmal ein kleines Stück leicht bergab. Nach etwa 1,7 Kilometern des Weges wartet die größte Ansteigung, wo auf gerade einmal 300 Metern Distanz ein recht ordentlicher Höhenunterschied überwunden werden muss. Auch hier nutzt ihr vorrangig eine „steinerne Treppe“, die für den Aufstieg präpariert wurde. So wurden größere Felsbrocken in eine rechteckige Form gebracht und zu einem treppenartigen Gebilde aufeinandergesetzt. Die dadurch entstandenen Stufen sind in ihrer Höhe teils stark unterschiedlich und fordern den einen oder anderen von euch sicherlich körperlich heraus – eine schweißtreibende Angelegenheit ist es in jedem Fall. An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal auf den eingangs erwähnten Hinweis bzgl. des richtigen Schuhwerks verweisen – eure Füße werden es euch danken! (Wir haben bei unserer Wanderung auch Flipflops und Sandalen gesehen – nicht zu empfehlen!)

Sobald ihr auch diese Steigung überwunden habt, eröffnet sich euch der erste kleine Blick auf den Lysefjord, sodass ihr euch das Ziel eurer Wanderung schon einmal vor Augen führen könnt. Der Fjord ist zum greifen nah – nur noch um eine Kurve herum und ihr seid da, so scheint es zumindest. Tatsächlich sind es noch zwei Kilometer, die euch von eurem Ziel, dem Preikestolen, trennen. Doch mit dieser zwischenzeitlichen Motivation läuft es sich sicherlich von nun an noch leichter.

Sobald ihr weiter geht, gelangt ihr als nächstes an den auf etwa 500 Metern Höhe gelegenen Badesee Tjødnane. Selbst wenn ihr euch nicht für ein Bad zur Abkühlung im See entscheidet, ist der See ein toller Ort für eine Pause. Am Ufer des Tjødnane könnt ihr bequem verweilen, eine Stärkung in Form von mitgebrachtem Proviant zu euch nehmen oder einfach nur diesen stillen Fleck Natur auf euch wirken lassen. Begleitet werdet ihr rund um den kleinen See, wie auch auf der gesamten Wanderung, vom frischen Duft der vielen Pinien am Wegrand.

Nun führt das letzte Stück des Weges im Wesentlichen über glatte Felsformationen, deren Form auf die letzte Eiszeit zurück geht. In der Ferne seht ihr in das Tal hinabstürzende Wasserfälle und wenn ihr genau hinhört, hört ihr sogar das am Ende des Wasserfalls auf die Wasseroberfläche der Bergseen aufprallende Wasser.

Noch einmal um eine steile Rechtskurve herum und ihr habt es geschafft. Es eröffnet sich ein Blick, direkt auf das bekannte norwegische Felsplateau Preikestolen hoch über dem Lysefjord. Obwohl es einer der bekanntesten Orte des skandinavischen Landes ist und sich viele Touristen für den Weg hinauf auf den Berg entscheiden, hält sich das Aufgebot an Touristengruppen – zumindest außerhalb der Hauptsaison – in Grenzen. Scheinbar wird doch der eine oder andere vom steilen Aufstieg hinauf auf den Preikestolen abgeschreckt und bleibt daher lieber im Tal.

Für euch, als diejenigen, die den Weg hinauf überwunden haben, ergibt sich nun einer der beeindruckensten Ausblicke, die ich bisher gesehen habe. 600 Meter unterhalb von euch verläuft der tief blaue Lysefjord, der an seiner tiefsten Stelle rund 500 Meter misst. Im Fjord selbst geht nahezu keine Strömung, da der Meeresarm, abgesehen von einigen Wasserfällen bestehend aus Gletscherwasser, keinen natürlichen Zufluss hat. Mit etwas Glück fährt während eures Aufenthaltes auf dem Felsplateau eines der Schiffe der Hurtigruten durch den Lysefjord und ermöglicht seinen Kreuzfahrttouristen einen Blick auf den Preikestolen aus umgekehrtem Blickwinkel. Wenn ihr euren Blick nun aufrichtet und in die Ferne schaut, könnt ihr bei gutem Wetter viele Kilometer weit über die Gebirgsgipfel schauen. Teilweise sind diese auch im Sommer noch schneebedeckt und sorgen mit dem sommerlichen Sonnenschein für einen tollen natürlichen Kontrast. Auch vereinzelte Häuser und kleinere Orte sind auf der gegenüberliegenden Uferseite des Lysefjords sichtbar. Trotz aller Euphorie und Begeisterung über den atemberaubenden Ausblick hoch über dem Lysefjord müsst ihr aber unbedingt aufpassen, dass ihr nicht zu nah an den Felsrand herangeht. Dieser ist nicht gesichert und auch wenn die Versuchung nach einem spektakulären Selfie noch so groß ist, denkt immer daran, dass es nicht euer letztes Selfie werden soll.

Für euren anschließenden Weg zurück ins Tal empfehle ich euch die Ausblicke auf dem Weg bergab noch einmal auf euch wirken zu lassen. Wir hatten während unseres Aufstiegs hierzu verhältnismäßig wenig Zeit, da wir einerseits mit dem Aufstieg selbst beschäftigt waren und die tolle Aussicht auf die in der Ferne liegenden Fjorde, Seen und Berge, die in stetigem Wechsel miteinander auftreten, in unserem Rücken lag. Ansonsten werdet ihr staunen, wie vergleichsweise schnell ihr wieder zurück im Tal seid, da der überwiegende Teil des Weges nun bergab führt.

Wieder am Parkplatz angekommen freuen sich vor allem eure Füße, wenn sie aus den Wanderschuhen in etwas leichteres Schuhwerk wechseln dürfen und sicherlich seid auch ihr nicht abgeneigt es euch im Sitz eures Autos bequem zu machen und die beanspruchten Beine etwas zu entspannen.

Rückblickend werde ich sicherlich noch lange von dieser Tour hinauf auf den Preikestolen schwärmen – nicht nur weil es für mich die erste derartige Wanderung war, sondern vielmehr aufgrund der unbeschreiblichen Natur, dem atemberaubenden Ausblick auf den Lysefjord und die schneebedeckten Gipfel des Umlands. Alles in allem waren der Aufsteig und der Tagesausflug ein unvergessliches Erlebnis, dass ich nicht missen möchte.

Noch Fragen?
Solltet ihr weitere Fragen rund um den Aufstieg auf den Preikestolen und die atemberaubende Aussicht auf den Lysefjord haben, freue ich mich über eure Nachricht. Diese könnt ihr entweder direkt in den Kommentaren dieses Beitrags, in den Sozialen Medien oder über das
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