Eine Reise in die schwedische Hafenstadt Göteborg

Göteborg ist mit rund 600.000 Einwohnern nach Stockholm die zweitgrößte Stadt Schwedens. Die Hafenstadt liegt an der schwedischen Westküste und ist Zielort zahlreicher Nord- und Ostseefähren, wie etwa den Fähren aus Kiel oder Frederikshavn (Dänemark). Doch auch wenn ihr euch für eine andere Anreise als die mit dem Schiff entscheidet ist Göteborg einen Besuch wert – gerade auch im Winter, wenn über der Nordsee und dem Hafen eine dichte Nebeldecke liegt und sich die Landschaft zeigt, die in unzähligen Schweden-Krimis zu Papier gebracht wurde.

Lutherische Kirsche "Masthuggskyrkan" im Südwesten der Stadt

Lutherische Kirsche „Masthuggskyrkan“ im Südwesten der Stadt

Göteborg ist eine unglaublich vielseitige Stadt, was sich bereits in der Landschaft bemerkbar macht. Trotz des bekannten und großen Hafens, der sowohl für die Fährschifffahrt als auch für die Industrieschifffahrt genutzt wird, finden sich in Göteborg vergleichsweise viele Anhöhen, die sich im Wesentlichen durch Gesteinsformationen charakterisieren lassen, welche ihren Ursprung in der Eiszeit haben. Ein Beispiel für eine derartige Anhöhe befindet sich im Südwesten der Stadt, da dort die lutherische Kirche „Masthuggskyrkan“ Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet wurde. Von hieraus bietet sich euch ein einmalig schöner Blick über die Göteborger Altstadt in östliche Richtung, wie auch über die Hafeneinfahrt und die Älvsborgbron im Westen. Ihr erreicht die Kirche am besten über die Straßenbahnhaltestelle „Stigbergstorget“ (Linie 1, 3, 5, 6, 9, 10, 11). Einen Besuch der Kirche könnt ihr im übrigen optimal mit einem kleinen Spaziergang durch das alte Viertel „Haga“ verbinden, das sich nur zwei Haltestellen („Järntorget“) entfernt befindet und ursprünglich als Quartier für Tagelöhner errichtet wurde (Linie 1, 3, 5, 6, 9, 10, 11).

Ebenfalls nicht weit entfernt – wobei ich bereits an dieser Stelle erwähnen möchte, dass Göteborg auf Grund der kurzen Distanzen auch sehr gut zu Fuß erkundet werden kann – liegt der Hafen der Stadt. Hier werden einerseits die großen Fährschiffe abgefertigt, die Göteborg täglich anlaufen, andererseits bietet sich hier auch die Möglichkeit eine der kleineren Hafenfähren zu besteigen und an einer Hafenrundfahrt teilzunehmen. Einer der zentralen Fähranleger befindet sich beispielsweise an der Haltestelle „Stenpiren“ (Linie 1, 5, 9, 10). Von dort aus ist es ebenfalls nicht weit bis zum Maritimen Museum und dem Göteborger Opernhaus, welches ebenfalls direkt am Hafenbecken im Zentrum der Stadt errichtet wurde. Am Opernhaus lässt sich zudem das alljährliche Silvesterfeuerwerk gut beobachten, welches von einem lokalen Zeitungsverlag organisiert wird und bereits um 17 Uhr stattfindet. Eine perfekte Uhrzeit für Familien mit Kindern, die an Silvester ein erstklassiges Feuerwerk in Hafenatmosphäre erleben möchten, aber nicht bis um Mitternacht warten wollen.

Göteborger Hafen mit Blick in westliche Richtung

Göteborger Hafen mit Blick in westliche Richtung

Sobald ihr genug Hafenluft geatmet habt und weiter in Richtung Innenstadt gehen möchtet, empfiehlt es sich, dass ihr euch an den beiden Kanälen orientiert, die vom Hafen kommend in Richtung Innenstadt verlaufen. In den Sommermonaten könnt ihr auch mit einem kleinen Grachtenboot durch die Kanäle fahren, wobei ihr dabei stets die Brücken im Auge haben müsst! Eine der vielen Brücken, welche die beiden Kanäle queren, ist unter den Göteborgern auch als „Käsehobel“ bekannt –  hier haben sich bereits unzählige Touristen den Kopf gestoßen. Die Brücke ist darüber hinaus der Grund dafür, dass die Grachtenboote ohne Dach fahren, da sie mit Dach nicht unter der Brücke hindurch passen würden.

Folgt ihr also dem nördlichen Kanal in östliche Richtung, werdet ihr nach kurzer Zeit am alten Rathaus Göteborgs vorbeikommen, das zugleich das älteste Bauwerk der Stadt ist. Wenige hundert Meter weiter erreicht ihr „Brunnsparken“ (Linie 1-11), einen der größeren Plätze Göteborgs, in dessen Mitte sich eine Statue Gustav Adolfs befindet. Sobald ihr den Platz passiert habt gelangt ihr zum Hauptbahnhof, der Göteborg über das Schienennetz mit der schwedischen Hauptstadt Stockholm oder der dänischen Hauptstadt Kopenhagen verbindet. Auch für Reisen mit dem Bus ist der Hauptbahnhof Ausgangspunkt, da an ihn ein großer Busbahnhof für lokale Verbindungen, wie auch für Fernreisen angebunden ist. Der Innenraum des Bahnhofs ist – zumindest in der alten Eingangshalle – in einer historischen Holzoptik gehalten, an den sich der Busbahnhof optisch anlehnt.

Tyska Bron am zentralen Platz "Brunnsparken"

Tyska Bron am zentralen Platz „Brunnsparken“

Geht ihr von der Eingangshalle des Bahnhofs aus betrachtet in südliche Richtung durch die Straße „Stora Nygatan“, werdet ihr euch spätestens auf Höhe der Hausnummer 17 an die von Joanne K. Rowling geschriebene Geschichte Harry Potter’s erinnern. Denn an die Hausnummer 17 schließt sich nicht wie erwartet die Hausnummer 19 an. Zwischen beiden Häusern befindet sich noch ein weiteres Haus mit der Hausnummer 17 1/2 – Platz war in der Straße zum Zeitpunkt der Erbauung noch für zwei Gebäude, da jedoch von zwei Seiten mit dem Bau der Häuser begonnen wurde, war nur noch eine Hausnummer unvergeben. Kurzerhand wurde daher die ungewöhnliche Hausnummer 17 1/2 etabliert. Der Bahnhof hat hingegen übrigens kein Gleis 9 3/4, an dem der Hogwarts Express hält.

Zwischen dem nördlichen und dem südlichen Kanal befindet sich der Kern der Göteborger Altstadt. Hier befindet sich beispielsweise auch der Göteborger Dom „Domkyrkan“ (Linie 2, 6, 11), ein helles Kirchengebäude mit einer grünen Bronzekuppel, wie man sie von vielen historischen Gebäuden, wie etwa Kirchtürmen oder Palästen kennt. Ebenfalls im Stadtkern findet ihr den Fischmarkt, der eigentümlicher Weise seinen Platz in einem neo-gothischen Kirschengebäude gefunden hat. Der Fischmarkt ist nicht zuletzt auf Grund des ungewöhnlichen Gebäudes auch jenseits der Stadtgrenzen bekannt.

Abschließend möchte ich euch noch den Tipp geben euch auch die südlichen Inseln des Schärengartens anzuschauen, wenn ihr auf eurer Reise in Göteborg unterwegs seid. Der Schärengarten ist ein Gebiet in der Nordsee vor der Hafeneinfahrt Göteborgs, zu dessen Verbund mehrere kleine Inseln gehören, auf denen es keinerlei motorisierten Verkehr, dafür aber jede Menge Natur und Ruhe zu entdecken gibt. Ihr erreicht beispielsweise die Insel Asperö (einen gesonderten Beitrag über unser Erlebnis auf Asperö findet ihr hier) nach rund 45 Minuten, die sich in eine rund 30-minütige Straßenbahnfahrt aus dem Zentrum Göteborgs zum Fährhafen und eine anschließende 15-minütige Fährüberfahrt nach Asperö aufteilt. Das Naturerlebnis auf den Inseln ist sagenhaft eindrucksvoll, sodass ihr es euch auf keinen Fall entgehen lassen dürft.

Feskekôrka (Fischmarkt) in der neo-gothischen Kirche in der Göteborger Altstadt

Feskekôrka (Fischmarkt) in der neo-gothischen Kirche in der Göteborger Altstadt

Wenn ihr mich nun fragen würdet, welche der beiden schwedischen Städte – Stockholm und Göteborg – ich bevorzugen würde, würde ich euch empfehlen beide Städte zu bereisen. Natürlich sind Göteborg und Stockholm aus meiner Sicht grundverschieden, letztlich haben aber beide ihren Charme und ich würde Stockholm, wie auch Göteborg, sofort wieder bereisen.

Definitiv solltet ihr eure Reise nach Göteborg aber nicht zu kurz planen, da die Stadt deutlich mehr bietet, als ihr im Vorfeld vielleicht annehmen mögt. Außerdem möchte ich euch den Tipp geben bei einer Reise nach Göteborg bereits vorab online den Transfer vom Flughafen in die Stadt zu buchen, da eine frühzeitige Buchung wesentlich günstiger ist, als ein Ticketkauf vor Ort.
Darüber hinaus solltet ihr nicht den Fehler machen und vor eurer Reise zur Bank gehen, um Euro in Schwedische Kronen zu tauschen. Käufe, und seien sie noch so klein, werden in Schweden grundsätzlich mit Kreditkarte bezahlt. So ist es mir auch passiert, dass vereinzelte Läden oder Restaurants erst gar kein Bargeld angenommen haben.

Noch Fragen?
Solltest du weitere Fragen bzgl. einer Reise nach Göteborg haben, freue ich mich über deine Nachricht. Diese kannst du entweder über die Sozialen Medien oder direkt über das Kontaktformular senden.

4 Gedanken zu “Eine Reise in die schwedische Hafenstadt Göteborg

  1. VeloKickRun schreibt:

    Hallo Daniel,
    Habe nachgeschaut, es ist nur in der WordPress App, da fehlen die Bilder im Reader.
    Öffne ich Deine Seite in meinem Safari Browser, ist alles komplett.
    Vielleicht ein Fehler des WP Readers.
    Verlinkte Blogs sichte ich gewöhnlich in der WP App.
    Ein toller Beitrag von Dir, Danke.
    Eine schöne Anregung für eine Städtereise.
    Hab´ eine gute Zeit und weiterhin so herrliche Beiträge.

    Gefällt mir

    • Daniel Höhle schreibt:

      Guten Morgen VeloKickRun,

      ich habe mir den Beitrag gerade nochmal angeschaut und kann ihn problemlos öffnen. Vielleicht liegt es tatsächlich an deinem Browser – hast du schon mal einen anderen Browser versucht? Auf jeden Fall bin ich dir aber dankbar für deinen Hinweis, ansonsten würde ich derartige Anzeigefehler vermutlich nicht bemerken. Danke und ein schönes Wochenende!

      Gefällt 1 Person

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