Bereits vor einiger Zeit habe ich von einer Bekannten den Tipp bekommen, doch einmal die Halde an der Beckstraße zu besichtigen, auf der Mitte der 90er Jahre das Tetraeder, eines der Bottroper Wahrzeichen, seinen Platz gefunden hat. Von der obersten Aussichtsplattform in rund 40 Metern Höhe bietet sich bei guten Sichtverhältnissen ein einzigartiger Blick über das Ruhrgebiet.

Tetraeda auf der Halde an der Beckstraße in Bottrop
Tetraeder auf der Halde an der Beckstraße in Bottrop (2018)

Das gesamte Ruhrgebiet war ursprünglich eine verhältnismäßig ebene Region ohne großartige Erhebungen und erst recht ohne Hügel und Berge. Der vor vielen Jahrzehnten begonne Kohleabbau hatte jedoch zur Folge, dass nicht nur die Kohle selbst aus den Tiefen des Erdbodens an das Tageslicht gefördert wurden. Auch Unmengen an Nebenprodukten, wie etwa Gestein oder Erde, wurden mit gefördert, die für eine Weiterverarbeitung jedoch nicht in Betracht kamen und somit wertlos waren. Diese Nebenprodukte wurden schließlich aus Kostengründen und zur Ersparnis langer Transportwege, in unmittelbarer Nähe zu ihrer Förderstelle zu den noch heute existierenden Halden aufgetürmt. Mit einfachen Worten gesagt ist eine Halde letztlich also nichts anderes als ein Endlager für aus der Tiefe des Ruhrgebiets geförderte Nebenprodukte der Kohle. Mittlerweile sind die diversen Halden, wie ihr sie heute im Ruhrgebiet finden könnt, charakteristisch für die Region und haben die einst ebene Landschaft in ihre heutige Form verwandelt.

Auf der Halde an der Beckstraße wurde in den 1990er Jahren zudem das Tetraeder errichtet. Eine Stahlkonstruktion, die über insgesamt drei Aussichtspunkte verfügt. Die Treppen des Tetraeders sind mit Stahlseilen an der Konstruktion befestigt, sodass sie bei starken Winden ins Schwingen geraten können. Wenn ihr es allerdings trotz all der Schwingungen bis auf die Aussichtsplattformen geschafft habt, werdet ihr mit einem eindrucksvollen Blick über das Ruhrgebiet belohnt. Im Westen könnt ihr in der Ferne die Hochöfen in Duisburg erkennen und seht zudem das Gasometer in Oberhausen. Im Nordosten sticht die moderne Arena auf Schalke ins Auge und weiter östlich seht ihr die noch heute existenten Bauten und Konstruktionen des Bergbaus, bestehend aus Schächten, Kraftwerken und Förderbändern. Auch die Zeche Zollverein in Essen, die mittlerweile wohl bekannteste Zeche der Region, könnt ihr bei gutem Wetter von der Aussichtsplattform des Tetraeders sehen.

Für die Besichtigung des Tetraeders solltet ihr neben den Sichtverhältnissen auch unbedingt die Witterung berücksichtigen. Auf Grund der Stahlkonstruktion kann das Tetraeder bei schlechter Witterung, speziell bei Frost und Eis, nicht besichtigt werden, da die Unfallgefahr zu groß wäre. Außerdem empfehle ich euch eine Mütze und Handschuhe mitzunehmen, wenn ihr euch in Richtung Aussichtsplattform begebt, da der Wind in rund 40 Metern Höhe mitunter sehr eisig sein kann.

Parken könnt ihr am besten an der Beckstraße, direkt unterhalb des Tetraeders. Wenn ihr die Adresse „Beckstraße 57a, 46238 Bottrop in euer Navigationssystem eingebt werdet ihr geradewegs zu den Parkplätzen geleitet. Der Aufstieg von dort bis hinauf zum Tetraeder dauert in etwa 20 Minuten.

Zeche Prosper II, Malakoffturm
Zeche Prosper II, Malakoffturm (2018)

Am Ende meines Ausflugs nach Bottrop habe ich es mir auch nicht nehmen lassen den Malakoffturm der Zeche Prosper II zu besuchen, der sich in unmittelbarer Nähe zur Halde an der Beckstraße befindet. Auch wenn die Zeche nicht direkt etwas mit dem Tetraeder zu tun hat, gehört sie für mich zwangsläufig mit zur Geschichte des Ruhrgebiets. Nicht zuletzt, da die geförderten Nebenprodukte der Zeche Prosper II maßgeblich zum Wachstum der Halde an der Beckstraße beigetragen haben. Den Malakoffturm findet ihr am schnellsten, wenn ihr die Adresse Knappenstraße 32, 46238 Bottrop im Navigationssystem eingebt.

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