Herbst in Schweden – Mein Wochenende in Stockholm

[WERBUNG UNBEZAHLT]

Eine Reise nach Skandinavien stand schon länger auf der Liste meiner nächsten Reiseziele, wenn gleich ich mir lange Zeit nicht sicher war, welche Stadt im Norden Europas ich als erstes Reiseziel wählen würde. Dass die Wahl schließlich auf Stockholm fiel, hatte im Endeffekt nur den Hintergrund, dass eine Entscheidung getroffen werden musste, da das freie Wochenende, das für die Reise vorgesehen war, immer näher rückte. Rückblickend kann ich allerdings sagen, dass die Entscheidung für Stockholm eine unglaublich gute Entscheidung gewesen ist, da die Stadt eine unfassbare Vielfalt an Sehenswürdigkeiten besitzt, sodass ich vor Ort die nächste Entscheidung treffen musste – wohin zuerst?! Aber lest besser selbst…
Altes Postamt Stockholm - Skansen

Altes Postamt Stockholm – Skansen (2018)

Ankunft in Stockholm
Bereits während des Anflugs auf den Stockholmer Flughafen Arlanda offenbarte sich die schwedische Natur von ihrer schönsten Seite – soweit das Auge reicht waren unzählige Nadelbäume zu sehen, die sich, ergänzt durch einzelne in den Herbst-Farben leuchtende Birken, zu einem dichten Waldgebiet formieren. Selbstverständlich lag dieser Wald unter einer dichten Nebelschicht, bedingt durch die vielen schwedischen Seen und Fjorde. Ein wie ich finde einzigartiges Naturschauspiel, das sicherlich durch die Jahreszeit (Oktober) begünstigt wurde. Schließlich im Terminal 5 des Flughafens angekommen, führte mein Weg geradewegs zum nächsten Café, denn es war gerade einmal 8 Uhr früh, als ich in Schweden landete. Anschließend ging ich weiter zum Gleis des Arlanda-Express* der mich in das Stockholmer Zentrum gebracht hat. Die Fahrt mit dem Zug dauert in etwa 20 Minuten und enthält keinerlei Zwischenstopps. Wenn ihr Online-Tickets für die Zugfahrt kaufen wollt, solltet ihr euch bereits frühzeitig vor Anreise in Stockholm mit dem Kauf auseinandersetzen. Wer früh bucht zahlt weniger. Alternativ gibt es auch eine Busverbindung in das Zentrum Stockholms, wobei die Fahrt mit dem Bus deutlich länger dauert. Am Hauptbahnhof angekommen ging der Weg für mich weiter zum Hotel, welches ich in Bahnhofsnähe gewählt habe, um während meines Aufenthalts nicht auf das öffentliche Verkehrsnetz angewiesen zu sein. Dort ließ ich für das erste mein Gepäck und machte mich auf in die Altstadt – Gamla Stan.

Gamla Stan
Gamla Stan liegt auf einer Insel im Stockholmer Hafen und ist vom Hauptbahnhof bequem zu Fuß in 10-15 min. erreichbar. Auf dem Weg in das Zentrum müsst ihr zwangsläufig mindestens eine Brücke überqueren, wobei sich euer Blick nach Osten auf das Riksdagshuset (Bundesbehörde) und nach Westen auf das Stadshus (Rathaus) richtet. Erneut steht ihr bei diesen Anblicken vor der Entscheidung, weiterzugehen oder eine der kürzlich entdecken Sehenswürdigkeiten zu verfolgen.

Sobald ihr die Brücke überquert habt und in Gamla Stan angekommen seid, schnellt euer Blick in eine der vielen engen Gassen im historischen Stockholm. Hinzu kommt, dass jedes Haus in Gamla Stan eine farbenfrohe Hausfassade besitzt, so wie man es sich im Vorfeld der Reise auch vorgestellt hat – es lebe das Klischee. Ich hatte nun die Möglichkeit mich in Richtung Nord-Osten der Insel zu bewegen, um den Palast des schwedischen Königshauses zu besichtigen, entschied mich aber zunächst dafür weiter in die Altstadt hineinzugehen, um mehr von den bunten Häusern, eindrucksvollen Kirchen und engen Gassen zu sehen. Nach kurzer Zeit gelangte ich an den Stortorget – einen öffentlichen Platz im Zentrum der Altstadt. An diesem Platz befinden sich die wohl bekanntesten Giebelhäuser der Stockholmer Altstadt, die an dieser Stelle bereits zu Zeiten der Hanse gestanden haben. Heute wird hier zwar nicht mehr im herkömmlichen Stil gehandelt, jedoch befinden sich gegenwärtig Cafés und kleine Geschäfte im Erdgeschoss der alten Gebäude. Auf jeden Fall ist die alte und immer noch sehr gut erhaltene Architektur ein Touristenmagnet und ein einmalig schönes Fotomotiv!

Nach kurzem Halt und der Faszination für die bunten Gildehäuser ging ich weiter in Richtung des Hafens. Erneut vorbei an alten Kirchen, die zu meinem Erstaunen zumeist einen in deutscher Sprache verfassten religiösen Spruch über dem Eingangstor besaßen, und durch weitere viele kleine Gassen stieß ich noch vor meiner Ankunft am Hafenbecken auf einen – zumindest für mich – ungewöhnlichen kleinen Laden. Im Schaufenster waren bereits Bullaugen von Schiffen, historische Taucheranzüge und Steuerräder zu sehen. Von großem Interesse gepackt habe ich mir den Laden auch von innen angesehen und war beim Anblick durch den Raum überwältigt. Soweit ich gucken konnte, war nichts zu sehen, außer Originalteile verschiedener Schiffe. Neben den bereits erwähnten Steuerrädern und Bullaugen konnte man ebenso alte Matrosen- oder Kapitänskleidung, Segel, Leinen, Pfeifen, uvm. kaufen. Der Laden glich für meinen Geschmack schon beinahe einem Museum – natürlich inklusive des stilechten Inhabers, der mit Pfeife im Mund und Kapitänsmütze auf dem Kopf stolz inmitten seiner Sammlung stand und den neugierigen Besuchern ihre Fragen beantwortete.

Giebelhaus am Stortorget in Gamla Stan

Giebelhaus am Stortorget in Gamla Stan (2018)

Stockholmer Schloss
Nachdem ich im Anschluss an den urigen kleinen Laden eine Weile am Hafen verbracht hatte, bin ich weiter am Ufer entlang in Richtung Norden spaziert, um zum Stockholmer Schloss zu gelangen. Der Palast ist ein für meine Begriffe recht schlichtes, sehr symmetrisch angelegtes Gebäude, das sich zwar auf Grund der vergleichsweise modernen Architektur und der enormen Größe aus der Masse umliegender Häuser hervorhebt, jedoch meiner Meinung nach nicht mit Palästen wie dem Buckingham Palace in London oder deutschen Schlössern vergleichbar ist. Möglicherweise liegt es daran, dass der Palast über keinerlei Park- oder Gartenfläche verfügt, was sicherlich dem Platzmangel in Gamla Stan geschuldet ist. Hübsch ist der Palast aber dennoch, weshalb ich mich dafür entschied mir schnell ein Ticket zu besorgen, um den Palast auch von innen besichtigen zu können. Zufälligerweise war ich genau zur richtigen Zeit am Palast angekommen, da ich auf dem Weg zum Ticketschalter auf laute Musik aufmerksam wurde. Im Innenhof des Palastes begann gerade der Wachwechsel der königlichen Palastwache, begleitet durch eine mittelgroße Marschkapelle. Der Andrang an Zuschauern und Touristen war riesig, da jeder an der Zeremonie teilhaben wollte. Glücklicherweise war die Organisation und Absperrung aber so gestaltet, dass ich ausreichend Platz hatte, um das Vorgehen gut verfolgen zu können. Der Wachwechsel dauerte eine knappe halbe Stunde und endete damit, dass die blau uniformierten Wachen ihre Position auf dem Innenhof und an den Eingängen des Schlosses einnahmen. Zeit für mich, mich auf den Weg zum Ticketkauf zu machen, um das Schloss von innen zu sehen. Schließlich machte ich mich auf den Weg in die verschiedenen Flügel des Schlosses, die grundsätzlich – mit einigen kleinen Ausnahmen – sehr traditionell eingerichtet sind. Ein Audio-Guide verhalf mir während des Aufenthaltes die verschiedenen Räumlichkeiten und Ausstattungen zu verstehen.

Auf dem späteren Rückweg zum Hotel legte ich noch einen kurzen Zwischenstopp in Riddarholm ein. Der Stadtteil ist über Brücken mit Gamla Stan verbunden und bietet einen eindrucksvollen Blick auf das Stockholmer Stadshus (besonders empfehlenswert in der Abenddämmerung, wenn die Sonne hinter dem Stadshus untergeht). Das Gebäude selbst habe ich leider bei meinem Aufenthalt in Stockholm nicht besuchen können, da ich hierfür nicht mehr genügend Zeit gehabt habe – ich werde es aber ganz sicher bei meiner nächsten Reise nach Stockholm nachholen.

Auf nach Djurgården
Auch der zweite Tag in Stockholm begann für mich wieder sehr früh, denn ich hatte mir bereits am Vorabend vorgenommen, das Hotel um 9.30 Uhr zu verlassen, um am Hafen entlang nach Djurgården zu spazieren.

Zunächst brachte ich meinen Koffer, nach einem sehr leckeren Frühstück im Hotel, zum Bahnhof, um ihn dort in einem Schließfach zu verwahren. Auf diese Weise konnte ich mir später den Weg ins Hotel sparen und mehr Zeit in der Stadt verbringen, ehe ich am Abend wieder mit dem Zug zum Flughafen fahren würde, um daraufhin nach Köln zurück zu fliegen.

Anschließend spazierte ich, wie geplant, am Hafen entlang, passierte das bereits am Vortag besichtigte Stockholmer Schloss und die teuren Hotels im Hafen, um nach ca. 40 Minuten die Hafenbrücke nach Djurgården zu überqueren. Mein Ziel hatte ich bereits einige Minuten zuvor aus der Ferne sehen können, denn für den zweiten Tag in der schwedischen Hauptstadt hatte ich mir vorgenommen das Vasa-Museum* zu besichtigen.

Luxus-Hotels im Stockholmer Hafen

Luxus-Hotels im Stockholmer Hafen (2018)

Vasa-Museum*
Das Vasa-Museum* ist ein Gebäude, das um das Wrack der Vasa – ein schwedisches Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert – herum gebaut wurde. Das Schiff sank ursprünglich im Stockholmer Hafen, nur wenige hundert Meter nach Verlassen des Hafens auf Grund einer Fehlkonstruktion. Lange Zeit geriet das Wrack anschließend in Vergessenheit, ehe es gut erhalten, nach über 300 Jahren unter Wasser, geborgen und an den heutigen Platz des Museums geschleppt wurde.

Als ich schließlich im Museum direkt neben dem Wrack stand, konnte ich es kaum begreifen, dass das Schiff zu meiner Linken hunderte von Jahren unter Wasser gelegen haben soll und trotzdem noch zu einem Großteil aus Originalteilen besteht. Bisher kannte ich derartige Schiffe nur aus Piratengeschichten und Verfilmungen, dachte jedoch nie, ein solches Schiff einmal aus nächster Nähe sehen zu können. Hinzu kommt eine umfangreiche Ausstellung über die Geschichte der Vasa und vieler Fundstücke, die sich bei der Bergung im Wrack oder in unmittelbarer Nähe zum Fundort südlich der Insel Beckholmen befunden haben. Solltet ihr also einmal nach Stockholm Reisen, ist ein Besuch im Vasa-Museum* ein absolutes Muss!

Skansen*
Im Anschluss an die unglaubliche Erfahrung mit der Geschichte der Vasa habe ich die Situation auf Djurgården zu sein direkt noch einmal genutzt und das Freilichtmuseum Skansen* besucht. Skansen* liegt nur unweit des Vasa-Museums* etwas zentraler auf Djurgården und ist – wie eigentlich fast jeder Ort in Stockholm – gut zu Fuß erreichbar. Das Freilichtmuseum gilt als das weltweit älteste seiner Art und zeigt in erster Linie das traditionelle schwedische Leben des 17. und 18. Jahrhunderts. Hierzu wurden aus dem ganzen Land alte schwedische Häuser abgebaut und in ihrer neuen Heimat, Skansen*, neu errichtet. Ergänzt werden die Häuser, die in der Vergangenheit zumeist zum Wohnen oder für öffentliche Zwecke (Postamt) genutzt wurden, durch historische Windmühlen und eine großzügig gestaltete Grünanlage, die der künstlich geschaffenen Anlage ihre Natürlichkeit zurück gibt. Auch ein Tierpark befindet sich auf dem Gelände, in dem vor allem nordische Tierarten, wie etwa Rentiere oder Elche beheimatet sind. Wenn ihr also den Spuren von Michel aus Lönneberga folgen und in das Schweden vergangener Jahrhunderte eintauchen wollt, seid ihr in Skansen* goldrichtig.

So informativ die beiden Museen auch gewesen sind, so schnell war der Tag leider auch vorbei, sodass es für mich nach meinem Aufenthalt in Skansen* Zeit wurde zum Hauptbahnhof zurückzukehren, um mit dem Arlanda-Express* zum Flughafen zu fahren. Hierzu wählte ich dieses mal die Fähre (Linie 82)*, die von Djurgården nach Gamla Stan übersetzt. Auf diese Weise hatte ich noch einmal die Gelegenheit von der Fähre auf die bunten Fassaden der schwedischen Hauptstadt zu schauen und mich dabei an die vielen tollen Eindrücke zu erinnern, die ich in den zwei Tagen in Stockholm gesammelt habe. Vom Anleger in Gamla Stan waren es abschließend noch einmal rund 20 min. zu Fuß bis zum Hauptbahnhof. Während ich den Weg zurücklegte zog über mir ein Schwarm Gänse hinweg – sicherlich auf dem Weg in ihr Winterquartier. Nils Holgersson konnte ich jedoch auf die große Distanz auf keiner der Gänse ausfindig machen.

Elch in Skansen

Elch in Skansen (2018)

Abschließend kann ich nur noch einmal bekräftigen, dass ihr eine Reise nach Stockholm – sofern ihr noch nicht dort gewesen seid – auf jeden Fall ins Auge fassen solltet. Stockholm gehört für mich in jedem Fall zu den eindrucksvollsten Städten, in die ich bisher gereist bin.

Noch Fragen?
Solltest du weitere Fragen bzgl. einer Reise nach Stockholm haben, freue ich mich über deine Nachricht. Diese kannst du entweder über die Sozialen Medien oder direkt über das Kontaktformular senden.

* Die mit einem * gekennzeichneten Unternehmen, Veranstalter, Dienstleister, etc. wurden namentlich genannt, um euch einen besseren Eindruck von meiner Reise durch Stockholm geben zu können. Durch die Nennung der Namen entstehen weder für euch Kosten, noch habe ich hiervon in irgendeiner Art einen finanziellen Vorteil, da es sich um kostenlose Werbung handelt. Kosten können für euch erst in dem Moment entstehen, wenn ihr aktiv die Website der genannten Unternehmen, Veranstalter, Dienstleister, etc. aufsucht und dort kostenpflichtig eine Leistung bucht.

2 Gedanken zu “Herbst in Schweden – Mein Wochenende in Stockholm

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